Traktor Traudl
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Im Vorfeld unserer Bemühungen um einen Bauernhof zur Errichtung eines Kinderbauernhofes kauften drei Vereinsmitglieder einen 48 Jahre alten Oldtimer-Traktor der Marke FAHR D 180 H ( denn wir wollten unbedingt ein deutsches Fabrikat ). Wochenlange Recherchen eines Vereinsmitgliedes im Internet mit wohl hunderten von e-mails an Traktorverkäufer, Landhandel, Privatbesitzer, etc. führten letztendlich zum Erfolg. In einer sog. Wagenburg in Köln wurden wir fündig.
Die ersten Bilder vom Traktor, die wir von den beiden ehemaligen Eigentümerinnen per e-mail zugesandt bekamen. Wir waren sofort Feuer und Flamme und erkannten, was man daraus wieder machen kann.
Am 22-07-06 fuhren daher Bernd, Robert und Ulli nach Köln um das gute Stück in Augenschein zu nehmen. Da Robert als alter Schrauber nach einem eingehenden optischen Check und einer Probefahrt auf dem Wagenburggelände grünes Licht für den Kauf gab, machten wir auch gleich Nägel mit Köpfen und fertigten den Kaufvertrag und leisteten eine Anzahlung auf die Kaufsumme.
Die Abholung von "Waldtraut", so der Name des Traktors, welcher auch in gelber Lackfarbe auf der Motorhaube des Traktors prangt, in einer Wagenburg in Köln am 29-06-2006 durch Bernd, Juri + Ulli.
Da keiner von uns je zuvor Traktor gefahren war, mußte eine der beiden Vorbesitzerinnen das gute Stück auf den Transportanhänger manövrieren.
Mehrere Anläufe waren nötig, denn....... |
..... mehrmals rollte der Traktor wieder vom Hänger runter. |
Dank Juri`s Einweisung klappte es dann. |
Geschafft !! Die Fahrerin ist sichtlich erleichtert. |
In Darmstadt angekommen. |
Bernd war letztendlich mutig genug, einen Versuch zu starten, den Traktor vom Hänger zu fahren. |
Einige Wochen war unser Traktor teilzerlegt um sämtliche Öle und Filter wechseln zu können, einige kleinere Reparaturen durchzuführen und ihn auf die TÜV-Abnahme vorzubereiten.
Alle Öle sind abgelassen........ |
.... die Frontscheibe und das Verdeck demontiert...... |
.... genauso der Luftfilter und viele weitere Teile. |
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Hoffentlich kriegen wir wieder alles zusammen. |
So wird das auf keinen Fall bleiben ! |
Und das auch nicht. |
Mann ist da ein Dreck dran !! |
Nachdem aufgrund der großartigen Hilfe von Horst, Klaus + Bernd der Traktor soweit wieder zusammengebaut war, daß wir den TÜV sowie die Zulassungsstelle ansteuern konnten, die Filter + Öle gewechselt, zwei neue Blinker montiert, der Blinkerhebel vervollständigt und die Kurzzeitkennzeichen montiert waren die Ulli frühmorgens bei der Zulassungsstelle besorgt hatte, damit wir unseren Traktor überhaupt im öffentlichen Straßenverkehr bewegen dürfen, rückten am 27-09-2006 Bernd + Ulli in einer Waschanlage den wohl über Jahrzehnte hinweg sich angesammelten Dreck- und Ölansammlungen zuerst mit einem Öllösemittel und anschließend mit dem Dampfstrahler zu Leibe.
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Bernd besprüht mit einem Spezialfett- und Öllöser..... |
....... den kompletten Traktor. |
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In jede Ritze muß das Zeug. |
Das macht er ordentlich, oder ? |
Danach fuhren wir in einem Oldtimertraktor, Oldtimermotorrad und Youngtimer-PKW-Corso zum TÜV und wollten eigentlich gleich anschließend unseren Traktor bei der Zulassungsstelle anmelden. Doch der TÜV-Mitarbeiter stellte eine deformierte Hinterradfelge, einen fehlenden Rückstrahler und zwei defekte Schweißpunkte an den vorderen Kotflügeln fest. Einer seiner beiden Kollegen, selbst mehrfacher Traktoroldtimer-Besitzer meinte zwar, er solle uns doch den Traktor so zulassen, die Mängel wären nicht so gravierend, aber "TÜV" bekamen wir trotzdem nicht. Zwischenzeitlich sind die Schweißpunkte erneuert und eine Tauschfelge bzw. eine mögliche Auswuchtung der Felge eruiert.
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Wie machen wir es am Besten ? |
Und ab geht die Post. |
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Unser Corso in Richtung TÜV + Zulassungsstelle |
Bernd fühlte sich so richtig wohl auf dem Traktorsitz. Lange genug mußten wir alle auf die erste Ausfahrt warten. |
Am 02-10-2006 erhielten wir Besuch von einem Lackiermeister aus Frankfurt, Repräsentant einer Lack- und Farbenfabrik, die uns auf unseren diesbezüglichen Spendenaufruf den Lack für die Neulackierung unseres Traktors spenden wird um einerseits den Traktor einmal in Augenschein nehmen zu können sowie andererseits die Details der Lackierung besprechen zu können. Hans, der Künstler, welcher uns unser Logo und unsere URL plus Bernds Idee ( wird noch nicht verraten ) per airbrush aufsprühen wird, war bei diesem Gespräch ebenfalls zugegen. Dieser Lackiermeister war von Anfang an begeistert von diesem Projekt für Kinder, da er selbst Papa ist und wie der Zufall es so will, im Fall seines erstgeborenen Kindes aufgrund von Umgangsverweigerung durch die Mutter so wie wir Betroffener ist.
Er sagte uns die Abholung der großen Traktorblechteile zu, die fachmännische Lackierung in unserer Wunschfarbe ( neongelb mit Glitzereffekt ) und auch die anschließende Lieferung nach Darmstadt. Den Rest vom Traktor werden wir hier in Darmstadt über den Winter entrosten, vom Schmutz befreien, Dellen ausbeulen, Risse schweißen, schleifen, grundieren und wieder lackieren, die beiden Sitze über den hinteren Kotflügeln vergrößern und mit Sitzkissen und Rückenlehnen versehen um bequemer sitzen zu können, eine Ackerschiene und einen Rückfahrscheinwerfer montieren, etc. pp., .
In diesem Zusammenhang können wir noch die eine oder andere Spende gebrauchen
An dieser Stelle wird demnächst Papa Bernd von seiner ersten Fahrt auf dem Hallengelände mit seinem 6-jährigen Filius berichten. Der war total begeistert von unserer "Traudl", wie Bernd zwischenzeitlich einstimmig beschloß, unseren ursprünglich auf den Namen "Waltraut" lautenden Traktor zu nennen.
Seine Erlebnisse mit Sohnemann und unserer Traudl finden Sie hier.
Nachdem unser Vereinsmitglied Jürgen, seines Zeichens KFZ-Sachverständiger und Karosseriebauermeister die vermeintlich verbogene hintere Felge in Augenschein genommen hatte und sowohl er als auch die allzeit hilfsbereiten FAHR-Schlepper-Freunde vom Bodensee via Telefon zum gleichen Ergebnis gekommen waren, fuhren Bernd und Ulli am 23-10-2006 nach Gottmadingen am Bodensee zu den FAHR-Schlepper-Freunden um die aller Wahrscheinlichkeit nach defekte Radnabe gegen eine intakte zu "tauschen".
Nach einer mehrstündigen Autofahrt durch teils strömenden Regen empfingen uns drei gutgelaunte und freundliche Herren der FAHR-Schlepper-Freunde an ihrer tollen Ausstellungshalle im Gewerbegebiet von Gottmadingen. Neben dem 1. Vorsitzenden Herrn Herentrey, waren ebenfalls der für die Mitgliederbetreuung zuständige Herr Befurt, der erwartungsfroh unseren schon seit langem in Aussicht gestellten Mitgliedsantrag entgegen nahm, wie auch der profunde Technikexperte Rigling samt Ehefrau zu unserer Begrüßung erschienen. Mit einem frisch gebrühten Kaffee und Apfelsaftschorle ausgestattet, führten uns die drei Männer an ihren Schätzen entlang durch die interessante Ausstellungshalle und erklärten uns eigentlich Unkundigen, in jedem Falle aber Begeisterten bereitwillig die Ausstellungsstücke und ihre Funktion.
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Sehen die nicht toll aus ? Wir kamen aus dem Staunen nicht heraus. |
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Das war eigentlich Ulli`s Favorit |
Neben all den vielen Traktoren konnte man auch .... |
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..... ganz unterschiedliche Ackergeräte bewundern. |
Selbst 2 große Mähdrescher von FAHR waren ausgestellt. |
Unser Vorbild
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Unser Vorbild Die nachfolgenden Bilder veranschaulichen, wie unser Traktor nach unseren Restaurierungsarbeiten einmal aussehen kann und wird. |
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Anschließend zeigten uns Herr Rigling und seine Frau noch das umfangreiche Vereinsarchiv, welches in einer ehemaligen alten Fabrik außerhalb der Ausstellungshalle in Gottmadingen untergebracht ist. Wir staunten nicht schlecht über all die vielen Ordner, Aktenschränke und Regale voll mit Originalunterlagen über die diversen FAHR-Produkte.
Mit einer Fahrt durch die wunderschöne Bodenseelandschaft führten uns Herr und Frau Rigling zu ihrem Haus, wo wir noch weitere restaurierte und unrestaurierte bzw. in Restauration befindliche Traktoren bewundern durften. Herr Rigling schenkte dem Verein bei dieser Gelegenheit eine Ackerschiene mit Riffelblech um den Kindern und den Fahrern künftig den Aufstieg auf den Traktor zu erleichtern bzw. als Schutzvorrichtung. Wir möchten uns an dieser Stelle nochmals herzlich bei Herrn Rigling dafür bedanken.
Zum Abschluß lud uns Frau Rigling zu einer spontanen Brotzeit mit leckerer Wurst, Käse und Bauernbrot sowie Kaffe und badischem Bier ein.
Dank der Gastfreundschaft der FAHR-Schlepper-Freunde werden wir unseren Besuch bei unseren Vereinskameraden in bester Erinnerung behalten.
Am heutigen 08-11-2006 erhielt unser Traktor im 3. Anlauf TÜV, nachdem wir uns bei unseren FAHR-Schlepper-Freunden in der Nähe des Bodensees eine intakte Radnabe und den vom TÜV monierten fehlenden Rückstrahler besorgt und diese montiert hatten. Es war also nicht die Felge, wie vom TÜV-Mitarbeiter attestiert und moniert, sondern wie von unserem Vereinsmitglied Jürgen, seines Zeichens KFZ-Sachverständiger fachmännisch festgestellt, die Radnabe, welche deformiert war. Dem guten Geist Horst sei Dank für seine tatkräftige Unterstützung bei der Montage der Radnabe. Und auch die vom TÜV-Mitarbeiter angeregten Schweißpunkte an den beiden vorderen Kotflügeln waren gesetzt.
Ulli war bereits eine Woche zuvor frühmorgens gegen 08:00 Uhr bei der Zulassungsstelle vergeblich wegen der Kurzzeitkennzeichen vorstellig geworden damit wir überhaupt zur TÜV-Untersuchung fahren konnten. Vergeblich deshalb, weil ihm von einer der dort tätigen "netten" jungen Damen bedeutet worden war, daß man zur Beantragung von Kurzzeitkennzeichen auch eine Kurzzeit-Versicherungs-Doppelkarte brauche und die normale Versicherungs-Doppelkarte nicht verwertbar sei und unser Versicherungsmakler aufgrund einer Geschäftsreise an diesem Tag keine Kurzzeit-Versicherungs-Doppelkarte mehr hatte ausstellen können.
Also mußte er am 08-11-2006 wiederum frühmorgens zur KFZ-Zulassungsstelle um die unumgänglichen Kurzzeitkennzeichen zu besorgen; wir wollten unbedingt alles an diesem Tage regeln. Nochmals 10,50 € Bearbeitungsgebühr bei der Zulassungsstelle und 19,50 € für die Kennzeichen im TÜV-Shop. Danach im Auto zu Bernd, der schon in der Halle bei unserer Traudl wartete und die Kurzzeitkennzeichen montiert. Anschließend im Zweiercorso zum TÜV.
Nach erneuter Zahlung von 8,50 € ( die freundliche Dame hatte ein Herz für Kinder und sorgte dafür, daß wir ca. 50 € Nachlaß bekamen, da Ulli sich lautstark gegenüber Bernd über die Praktiken der TÜV-Mitarbeiter beschwerte ) kam endlich ein freundlicher TÜV-Mitarbeiter zu uns an unseren vor der TÜV-Halle abgestellten Traktor. Wie man auf den Bildern recht gut erkennen kann, lief er um den Traktor herum und schaute ihn sich eingehend an. Von ihm erfuhren wir, daß wir die Schweißpunkte an den beiden vorderen Kotflügeln eigentlich gar nicht hätten anbringen dürfen, daß unser Kennzeichen eigentlich auf die linke Traktorseite gehöre, daß unser Kennzeichen eine Beleuchtung erhalten müßte und wir 2 weitere Rückstrahler unterhalb der hinteren Achse befestigen müßten.
Für seine von Ulli erbetene Erlaubnis zum Schießen dieser Fotos erbat er sich im Gegenzug einen oder zwei Papierabzüge; diese soll er selbstverständlich erhalten.
Nach Erhalt der TÜV-Bescheinigung konnten wir uns wiederum bei der KFZ-Zulassungsstelle eine Wartemarke ziehen und nach kurzer Wartezeit und erneuter Zahlung von 48,40 € an Anmeldegebühren sowie 15 € ( von einer ebenfalls freundlichen Mitarbeiterin um 4,50 € reduziert, da sie mit uns als gemeinnütziger + mildtätiger Selbsthilfegruppe ein Einsehen hatte; immerhin mußten wir damit 4 Mal Kennzeichen bei ihr erstehen ) für die richtigen Kennzeichen waren wir am Ende eines langen und nervenaufreibenden Weges der Anmeldung eines Traktors.
Traktortreffen im Odenwald am 30-12-2006