Hessen-Reporter
Krieg ums Kind
Ein Vater will das Sorgerecht
Die Väter ziehen den Kürzeren. Häufig jedenfalls werden sie in
Scheidungskriegen um das Kind systematisch von den Ex-Frauen
ausgetrickst - so lange, bis auch das Kind den Vater nicht mehr sehen
will. Nicht mehr wissen zu dürfen, wie es dem eigenen Kind geht - das
ist für die meisten Väter das Schlimmste, wenn sie nach der Scheidung
keinen Kontakt mehr zum Kind haben dürfen.
Dass es so weit
kommen kann, muss auch Thomas P. erfahren, der
jahrelang erbittert um seinen behinderten Sohn kämpft. Wie so oft, wird
auch in seinem Fall der Scheidungskrieg auf dem Rücken der Kinder
ausgetragen. Obwohl er als Vater zunächst das Sorgerecht bekommt und
diese Entscheidung wiederholt vom Gericht bestätigt wird, bleibt der
Sohn immer länger als erlaubt bei seiner Mutter. Thomas P. setzt alle
Hebel in Bewegung, doch er hat das Gefühl, gegen Windmühlen zu kämpfen.
Thomas P. ist verzweifelt, sucht Trost bei einem Väter-Stammtisch. Es
tut ihm gut, dass er nicht alleine ist. Es macht ihn aber auch zornig.
Kein Vater hat hessische Gerichte und Behörden in den letzten Jahren
derart herausgefordert wie er. Warum macht er das ? Philipp Engel will
es wissen und erzählt die Geschichte von Thomas P. eine Geschichte, die
den fast aussichtslosen Kampf eines Managers zeigt und kein Einzelfall
in Deutschland ist: Nach einem Jahr haben die Hälfte aller
Scheidungskinder den Kontakt zu einem Elternteil verloren - in der
Regel zum Vater.
Der 'Hessen-Reporter' macht sich auf die Suche
nach
Erklärungsmöglichkeiten, besucht die Autorin
Karin
Jäckel und eine
ehemalige Gleichstellungsbeauftragte, die auch erleben musste, dass
Behörden immer noch eher auf der Seite der Frau sind - auch wenn in
unserer Gesellschaft immer wieder beteuert wird, auch Väter sollten
sich um die Kinder kümmern.