AKTION GEGEN RESIGNATION, DEMOTIVATION, AGGRESSION - Warum ein Kindertisch ?
Auch in Deutschland gibt es viele Kinder, auf die in der Regel kein warmes Mittagessen zu Hause auf sie wartet, wenn sie mittags von der Schule nach Hause kommen. Es steht auch nichts zum Aufwärmen im Kühlschrank oder Backofen für sie bereit. ”Wenn du Hunger hast, dann schmier dir ein Brot !” hören manche von ihnen morgens, bevor sie zur Schule gehen. Auf ihr Schulbrot haben sie sich selbst Butter und Konfitüre oder Wurst bzw. Käse vom Lebensmitteldiscounter gekratzt.
Unsere allererste Spende für unser Projekt KINDERTISCH erhielten wir von einer Erzieherin aus einer Kindertagesstätte in Darmstadt. Sie erzählte uns anläßlich ihrer persönlichen Spendenübergabe, daß jeweils ab Monatsmitte viele ihrer Schützlinge kein Pausenbrot bzw. Frühstück mehr mit in den Kindergarten brächten. Und je weiter es in Richtung Monatsende ging, umso größer würde ihre Zahl. Für viele Menschen in Deutschland eine bis dato nicht gekannte Tatsache.
Zuhause fehlt es an allen Ecken und Enden. So ist kein oder nicht ausreichend Geld für neue Möbel, kein Geld für neue Kleidung, fürs Kino, für Urlaub, für Schulfreizeiten, etc. und eben kein Geld für Mittagessen vorhanden. Viele Eltern oder alleinerziehende Elternteile ( i. d. R. Mütter ) leben von Sozialhilfe / Hartz IV. Weil das Geld schon für viele andere, oftmals unnütze oder nicht zwingend notwendige Dinge ausgegeben wird, muß am Essen gespart werden. Darunter dürfen jedoch die Kinder nicht leiden.
Kinder sind die schwächsten Mitglieder unserer Gesellschaft. Sie hängen existenziell von ihren Eltern, in viel zu vielen Fällen lediglich nur noch sog. alleinerziehenden Elternteilen ab ( Mehr als drei Millionen Kinder in Deutschland leben bei allein erziehenden Müttern, manchmal auch Vätern. ARD-exclusiv Zum Papa nur am Wochenende, 11-04-2007 ).
Sie haben sich ihre Lebenssituation nicht selbst ausgesucht, sondern sind in diese hineingeboren worden. Sie sind daher auf die Hilfe und Unterstützung der Gesellschaft angewiesen. Andere Lebenslagen, nach denen sich viele von ihnen sehnen, kennen sie lediglich aus den vielen sog. Doku-soaps im Fernsehen, bei ihren Mitschülern anhand teurerer Kleidung und Schulutensilien, oder aber aus deren Erzählungen.
Neben Hunger nach Essen haben diese Kinder auch Hunger nach Bildung, Hunger nach sinnvoller Freizeitgestaltung, Hunger nach menschlicher Wärme und sozialen Kontakten. Vielfach fehlt es zudem an Nestwärme, Zuneigung und Liebe von denen, mit denen sie zusammenleben.
Wir wollen und werden diesen Kindern daher wenigstens eine warme Mahlzeit am Tag als eine Art Grundversorgung anbieten. Bei der gemeinsamen Zubereitung und beim gemeinsamen Mittagessen werden sie soziale Kontakte zu anderen Kindern gleichen oder unterschiedlichen Alters und Geschlechts erfahren, hinzu kommen unterschiedliche Nationalitäten und damit Sprachen und Kulturen. Die Kinder können sich dabei den ehrenamtlichen und hauptamtlichen Mitarbeitern mitteilen und bei Ihnen Rat und HiIfe für ihre kleinen und großen Probleme, aber auch Trost und Empathie finden.
Wir recherchieren und sammeln derzeit kindgerechte Rezepte, also all das, was Kinder gerne essen, denn wir wollen ja zusätzlich, daß den Kinder das Essen schmeckt und sie gerne zu uns kommen, sie sich bei uns wohlfühlen.
Nach dem Mittagessen möchten wir sie mit Hausaufgabenhilfe unterstützen, damit sie das Klassenziel, den Schulabschluß erreichen. Andernfalls werden diese Kinder chancenlos bei der Bewerbung um einen Ausbildungsplatz oder für den Besuch einer weiterführenden Schule sein. Ein Dasein als Außenseiter der Gesellschaft ist damit vorprogrammiert.
Wir möchten sie ebenfalls dabei unterstützen, ihre Freizeit sinnvoll und gewaltfrei zu verbringen. Dazu erarbeiten wir derzeit ein Konzept.