Männernotwohnung bzw. Papa-Kind-Wohnung


 

Hessenweit erste Notwohnung für Männer in Darmstadt eingerichtet

Der erste Schritt ist getan: Im Juli 2007 eröffnete der  bundesweit tätige Väter-Kinder-Förderverein e. V. in Darmstadt ein Zufluchts-Angebot für Männer, die ihrer eigenen Behausung nach familiären Auseinandersetzungen beraubt sind und faktisch auf der Straße stehen. Damit ist Darmstadt eine von wenigen deutschen Städten ( außer Berlin und Oldenburg i. O. ), in denen ein solches Angebot überhaupt existiert.

Nach aller Erfahrung ist Hilfe für von physischer und psychischer häuslicher Gewalt betroffene Männer weder von den Behörden noch von sozialen Organisationen und Verbänden zu erwarten. Deshalb ist es Zeit, dass Männer selbst aktiv werden: Es gilt, endlich auch für Männer jene Lebenshilfe- und Beratungs-Strukturen aufzubauen, die den Frauen schon seit Jahr und Tag auf allen Ebenen zur Verfügung stehen. Einer der kleinen, aber wirksamen Schritte dahin ist die Eröffnung des ersten "Männerhauses" in Südhessen, das Männern Unterkunft bietet, die infolge familiärer Konflikte ohne Obdach sind. Die vom Väter-Kinder-Förderverein e. V. angemietete und ausgestattete Wohnung bietet Platz für einen Vater, bzw. von familiärer Gewalt betroffenen Mann - bei Bedarf auch mit Kind - und umfasst ein voll ausgestattetes Wohn-Schlafzimmer mit Küche und Bad. Der Verein vermittelt den Nutzern der Wohnung bei Bedarf auch psychologische Beratung und Hilfe bei Behördengängen, Job- und Wohnungsbeschaffung etc..

Das neue Darmstädter Notwohn-Projekt des Väter-Kinder-Fördervereins e. V. ist eines von bisher leider nur sehr vereinzelten "Männerhaus" - Angeboten in Deutschland. Am längsten, nämlich seit 1996 existiert ein privates Männer-Zufluchtsangebot in Berlin, eine Einrichtung eines entsorgten Papas, seit 2002 besteht die "Männerwohnhilfe" in Oldenburg i. O., deren Männernotwohnungen Zeit ihrer Existenz nahezu durchgängig belegt sind. Auch für alle vergleichbaren sonstigen Notwohn-Projekte gilt zweierlei: zum einen, dass sie intensiv von Betroffenen in Anspruch genommen werden, und zum anderen, dass sie ohne jegliche behördliche Unterstützung auskommen müssen. Das ist schon deswegen ein Skandal, weil Männer, die nach krisenhafter Zuspitzung häuslicher Konflikte auf der Straße stehen, nicht selten direkt in Obdachlosigkeit und Nichtsesshaftigkeit fallen, ohne dass ihnen jemals eine ihrer Notlage angemessene Hilfestellung zuteil geworden wäre.

Angebote wie die Darmstädter Männer-Notwohnung können und sollen ein angemessenes Engagement des Staates, der Ämter und Behörden nicht ersetzen. Vielmehr wollen wir den öffentlichen Druck auf die Verantwortlichen erhöhen, dieses Engagement endlich als notwendig anzuerkennen und sich zu Eigen zu machen, indem wir konkrete Hilfe für von häuslicher Gewalt betroffene Männer nicht nur fordern, sondern im Rahmen unserer Möglichkeiten selbst organisieren.

Zweitnutzung der Männernotwohnung als Papa-Kind-Wohnung

Viele unserer Vereinsmitglieder müssen hunderte von Kilometern fahren um ihre Kinder sehen zu können, weil die Mütter die Kinder unserer Vereinsmitglieder, quasi wie ihr Eigentum behandelnd, mit an ihren neuen Wohnort entführt haben. Aus diesem Grunde gibt es für Väter aus dem Darmstädter Raum, die sich kein eigenes Auto bzw. die entsprechend teure Bahnfahrkarte nicht mehr leisten können, weil Vater Staat rücksichtslos selbst unterhalb des Existenzminimums in Papas Lohntüte greift um Lohn und Gehalt in Form von Unterhalt an die Mütter und die Kinder transferieren zu können, unser PAPA-MOBIL.

Für die Väter, deren Kinder durch die Mutter in den Raum Darmstadt "umgezogen" wurden, halten wir unsere Männernotwohnung bereit, damit sie während ihrer oftmals über Jahre hinweg gerichtlich erstrittenen "Umgänge" ( also gemeinsam verbrachter Zeit mit ihren Kindern ) neben den oftmals vom eigenen Mund abgesparten Auto- oder Bahnfahrten und das obligatorische Mitbringsel plus Eisessen, Kino, Zooeintritt, etc. pp. nicht auch noch ein Hotelzimmer und Essen am Imbiß oder im Restaurant zahlen müssen.

Derart kann beispielsweise ein Papa aus der Nähe von Flensburg seinen in Darmstadt wohnenden Sohn einmal mehr im Monat treffen, da er die eingesparten Hotelzimmerkosten nunmehr in ein weiteres Bahnticket investieren kann. Und so kann Sohnemann seinen Papa künftig 2 Mal im Monat statt bislang nur 1 Mal pro Monat für ein ganzes Wochenende ganz für sich allein haben. Dafür steht ihm und seinem Papa unsere Männernotwohnung zur Verfügung. Ein Papa aus Dresden holt seine bei der Mama wohnende Tochter aus Aschaffenburg ab um dann das gemeinsame Wochenende in der Papa-Kind-Wohnung verbringen zu können.

Hier nun ein paar Stimmen von Nutzern der Papa-Kind-Wohnung:

Hallo,

vielen vielen Dank für die nette und komfortable Unterbringung in der Papa-Kind-Wohnung in Darmstadt. Meinem Sohn und mir hat es sehr gut gefallen und wir freuen uns schon auf das nächste mal.
Ohne Eure Unterstützung würde ich meinen Sohn seltener sehen .

Gruß und Danke an alle, die es uns ermöglicht haben.


Lieber Herr Götzmann,
vielen Dank für Ihre Hilfe, die es mir erneut möglich gemacht hat, mehr Zeit für den Umgang mit meiner Tochter zu haben, als es sonst möglich gewesen wäre.

Hallo Väter-Kinder-Förderverein,

nochmals vielen Dank für die Möglichkeit, meine Tochter mal ein bisschen länger zu sehen, auch wenn es von meiner und
Lenas Seite durchaus mehr hätte sein können. Es war einfach schön, Lena nach langer Zeit auch mal wieder ins Bett bringen zu können (nicht ohne vorher ausgiebig gekuschelt zu haben), mit ihr aufstehen, zu frühstücken, usw., einfach mehr Zeit miteinander zu verbringen. Sie hat es ebenfalls sehr vermisst und deswegen auch sehr genossen und sich insgesamt rundherum wohl gefühlt.

Lieber Väter-Kinder-Förderverein,

es ist einfach wunderbar, daß es so etwas wie die Papa-Kind-Wohnung bei euch in Darmstadt gibt. Die Möglichkeit, mein Kind mehr als alle paar Wochen nur für ein paar Stunden zu sehen, ist sowohl für mich als Vater als auch für meine Tochter extrem wichtig. Sie freut sich jedes Mal darauf, wenn es heißt „Papa-Wochenende in der Papa-Kind-Wohnung“. Wenn wir dann in Darmstadt oder Umgebung unterwegs sind, dann fallen so Sätze wie „Sollen wir nach Hause gehen ?“ oder „Papa, ich möchte jetzt nach Hause !“ ganz automatisch, natürlich ist dann die Papa-Kind-Wohnung gemeint. Daß Janina ihren besten Freund zum „Zweitzuhause“ einladen / mitnehmen konnte, war für sie umso schöner. Sie haben u. a. jeweils einen Osterkorb gebastelt und Ostereier bemalt; als Oster-Geschenk für ihre Mütter. Schön auch, daß die Eltern von Janinas bester Freundin es ihrer Tochter erlaubten, ein Wochenende in der Papa-Kind-Wohnung zu verbringen.

Es wäre
wünschenswert, wenn es in jeder größeren Stadt die Möglichkeit gäbe, als nicht mit seinem Kind zusammen lebender Elternteil eine kostengünstige Unterkunftsmöglichkeit, die kindergerecht ausgestattet ist, haben zu können.

Wenn es so etwas in Dresden gäbe, wäre das ein Traum… Dafür mal den Staubsauger oder einen Wischlappen in die Hand zu nehmen ist meines Erachtens eine Selbstverständlichkeit. An dieser Stelle nochmals vielen Dank für Ihr Engagement und das aller Mitglieder, ohne dem meine Tochter und ich keine so gute Vater-Kind-Beziehung hätten.


Einige unserer Vereinsmitglieder fanden die Wohnung so toll, die fragten gleich bei der ersten Besichtigung, wann sie denn einziehen könnten. Dabei ist längst noch nicht alles fertig.

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Unsere Pressemitteilung