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ZAHL DER SCHWANGERSCHAFTSABBRÜCHE UNVERÄNDERT |
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Für die Zahl der Geburten und damit die Bevölkerungsentwicklung ist auch die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche von Bedeutung. Ein Schwangerschaftsabbruch ist in Deutschland, abgesehen von medizinisch oder kriminologisch begründeten Ausnahmen, zwar nicht rechtmäßig, er bleibt aber straffrei, wenn die Voraussetzungen der in §§ 218 a Abs. 1, 219 StGB vorgesehenen Beratungsregelung eingehalten werden. Vor diesem Hintergrund gab es im Jahr 2003 nach Angaben des Statistischen Bundesamtes in Deutschland 128 030 gemeldete Schwangerschaftsabbrüche. Damit kamen auf 1000 geborene Kinder 180,5 Schwangerschaftsabbrüche. Die Häufigkeit von Schwangerschaftsabbrüchen unterscheidet sich stark nach Alter und Zahl der vorherigen Geburten. So werden Schwangerschaften am häufigsten in der Altersgruppe der 18- bis 25-jährigen abgebrochen, also in einer Lebensphase, in der normalerweise noch keine eigene Familie gegründet wurde und Ausbildung bzw. Berufseinstieg noch nicht abgeschlossen ist. Die Altersgruppe mit der zweithöchsten Abbruchshäufigkeit sind Frauen zwischen 30 und 35 Jahren. In diesem Alter haben viele entweder die gewünschte Kinderzahl schon erreicht oder fühlen sich zu alt für ( weitere ) Kinder. Im Hinblick auf die steigende Kinderlosigkeit ist auch interessant, daß im Jahre 2003 ca. 40 % der Frauen, die bisher noch keine Kinder hatten und in diesem Jahr schwanger geworden sind, einen Abbruch vornehmen ließen. Dabei handelte es sich vor allem um jüngere Frauen, die noch keine Familie wollen. Betrachtet man die Entwicklung getrennt nach Ost- und Westdeutschland ( siehe Abb. ), dann fällt zunächst das höhere Niveau der Schwangerschaftsabbrüche in der ehemaligen DDR auf. Ursache hierfür waren im Wesentlichen die unterschiedlichen gesetzlichen Bedingungen für Schwangerschaftsabbrüche. Nach einer sehr hohen Zahl von Abbrüchen unmittelbar nach der Legalisierung der Schwangerschaftsabbrüche in der DDR im Jahre 1972, ging die Zahl wieder zurück und pendelten sich bis Ende der 80-er Jahre auf ca. 400 Abbrüche auf 1000 Lebendgeborene ein. In der Wendezeit ab 1989 kam es zu einem starken Anstieg der Zahl der Schwangerschaftsabbrüche. Ab 1992 ging die Zahl wieder stark zurück. In den alten Bundesländern stieg die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche bis Mitte der 80er Jahre leicht an, um dann kontinuierlich abzufallen, allerdings auf einem weit niedrigeren Niveau. Seit Mitte der 90er Jahre ist ein leichter Anstieg zu erkennen. Die Zahlen seit der Wende sind allerdings mit Vorsicht zu interpretieren, weil die Daten nicht nach dem Wohnort der Frau, sondern nach dem Ort des Eingriffs erfaßt werden, und somit keine eindeutige Zuordnung zu ost- oder westdeutschen Frauen möglich ist. |